Imoriath Forum

Normale Version: Die Geschichte der Schwarzen Drachen
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Einst in Vergangenen Tagen, wo Dunkelheit und Chaos die Länder umhüllten.

Städte und Dörfer lagen in Flammen und Asche war das Einzige, was übrig geblieben war. Kreaturen so finster wie die Nacht, herrschten über die Länder Innadril´s.

Die wenigen Überlebenden versammelten sich in der letzen Zuflucht der Stadt Heine, um sich dort vor den Scheusalen versteckt zu halten. Die Jahre vergingen und die vereinzelten Angriffe auf die Stadt häuften sich. Jeden Tag kamen neue Heerscharen des Bösen und forderten Tote. Tag für Tag wurden es mehr und es wurde immer schwieriger die Stadt zu verteidigen und so schwand das Leben allmählich dahin. Leichen der Einwohner und der Kreaturen verrotteten vor den Mauern der Stadt. Die letzten Überlebenden, die Heiligen Priester Heines, beschlossen sich an eine einst vergessene Legende zuhalten, nachdem es ein Siegel gäbe, welches, wenn es von dem Guten gebrochen würde, es das Böse vertreiben könnte. Man sprach davon, dass es tief im Garten der Göttin Eva verborgen sei, doch wer von den Letzten würde stark und schnell genug sein?

Schließlich waren die Priester schon vom Alter und der ständigen Angst gezeichnet. Man brauchte junge Helden dessen Seelen frei von jeder Schuld sind.

Sie mussten mutig und stark genug sein, um sich auf diese gefährliche Reise zu begeben und das Siegel zu finden. Nun stellte sich aber die Frage, wer sie denn seien?

Alle Überlebenden, welche in der Lage waren ein Schwert in ihren Händen zu halten, brauchte man zur Verteidigung der Stadt. Da durchfuhr dem Ältesten ein Gedanke: "Könne man nicht den Sohn des Schmiedes Valexor diese Aufgabe Übertragen? Er scheint noch klein und schnell zu sein, dabei mutig und dies konnte heißen, dass er der Aufgabe gewachsen sein könnte. Hierfür müsste er sich unbemerkt bis in die Lande jenseits Innadrils begeben. Zudem sei er noch zu jung, um die blutrünstigen Angriffe der Kreaturen gegen Heine abzuwehren.“ So kam es, dass der Älteste den Schmied Valexor mitsamt seinem Sohn in die heiligen Hallen der Stadt rief, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Valexor stand dieser Aufgabe skeptisch und misstrauisch gegenüber, da er um der Gefährlichkeit wusste, welche auf der Reise lauerte. Ihn quälte der Gedanke, dass er seinen Sohn nie wieder sehen würde. Doch letztendlich sah er es ein, da sein Sohn die letzte Hoffnung für die restlichen Bewohner sei und schließlich alle sterben würden, wenn man nichts unternehme.

Der Sohn hingegen war von der Aufgabe sehr angetan und voller Tatendrang.

Kaum konnte er es noch Abwarten solch eine ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen, doch eines bedrückte auch ihn... Sollte er ganz allein auf die Reise gehen? ... "Allein würde man es doch nicht schaffen." Durchkam es ihn und sollte er all seine restlichen Freunde die nicht dem Opfer der Kreaturen geworden waren allein lassen? Denn seine Freunde waren doch seine Gefährten und dies schon seit er sich erinnern konnte. Nicht nur dies, es waren auch die Letzen die noch am Leben waren.

Er könnte sie nicht so einfach im Stich lassen. Nachdem er dies dem Ältesten erzählte und sich jener mit den Priestern darauf hin beriet, bekam er die Bitte den Ältesten die ihm Unbekannten vorzustellen und sie aufzusuchen.

So rannte der Sohn hinaus, um seine Freunde zu suchen. Nach einer kurzen Zeit kehrte er mit zwei anderen, welche die Halle links und rechts neben ihm betraten wieder. Es waren seine zwei besten Freunde, die einer der Priester schon seit der Kindheit kannte. Ihre Namen lauteten Imothep und Vhaidra. Mit diesen zwei Freunden würde er es schaffen, da war er sich sicher.

Nun Sprach der Bund der Priester: "Ihr drei seid unsere letzte Hoffnung und ihr müsst das Siegel finden und es brechen!"

Noch am selben Tag, als der Mond am Himmel aufgegangen war und die Sonne hinter den Bergen verschwand, brachen sie auf. Unbemerkt nahmen sie einen geheimen Weg aus der Stadt und sie entkamen auch den Kreaturen, welche sich in der Nähe aufhielten, um sich für den nahe liegenden Angriff vorzubereiten. Es war eine lange und mühselige Reise. Verbrannte Erde und Leichen so weit das Auge reichte. Leise und schnell mussten sie sein.

Die Tage gingen dahin und sie kamen der Grenze Innadrils immer näher. Das Feld der Stimmen lag kurz vor ihnen, als sie ein Stöhnen zu hören glaubten. Erst dachten sie, dass sie schon auf dem Feld wären deren eigenartige und heilige Steine eine gewisse Stimme erzeugen konnten, wenn der Wind an ihnen entlang wehte, doch dem war nicht so. Die Stimme kam von einem Krieger aus dessen Wunden das Blut floss. Er berichtete mit letzter Kraft, dass er von einem fernen Ort stamme und seinem Dorf dasselbe wie Heine Schicksal widerfahren war. Er berichtete Kreaturen hätten jeden getötet in seiner Heimat und er ist mit einer Gruppe Wachen im letzten Moment geflohen um einer alten Legende nachzugehen, in der von einem Tempel die Rede ist, der sich in der Nähe des Feldes der Stimmen befinden sollte. Jener Tempel sollte eine Macht beinhalten, welche in der Lage wäre, die Kreaturen aufzuhalten. Es traf die Freunde wie ein Blitz. Sollte dort das Siegel verborgen sein?

Mit seinen letzten ächzenden Worten flüsterte er "Eva" und zeigte in Richtung Süden. Den dreien wurde bewusst, dass sie dort hin mussten. Weitere zwei Tage verstrichen, als in der Ferne ein eigenartiger Ort zu erkennen war. Ein Turm mitten im Meer ohne nur eine Spur der Zerstörung. Schon seit Stunden waren auch keine Kreaturen in der Nähe zu hören. Als sie dem Turm immer näher kamen, erblickten sie das dieser wohl einen Eingang habe, doch lag dieser unter Wasser in einer Tiefe die sehr schwer zu erreichen sei. Vhaidra sprang als erstes, die anderen beiden folgten. Mit dem letztem Atem in der Brust tauchten sie im Turm herauf und trauten ihren Augen nicht.

Wunderschöne Wandmalereien, Säulen von außergewöhnlicher Pracht verziert mit Juwelen und Gold, Gänge voller Perfektion, wie von Göttern erbaut... Sie folgten diesen seltsamen aber dennoch wunderschönen Gang bis sie zu einem riesigen Raum kamen, dessen Decke eine riesige Kuppel aus Kristallglas darstellte. In der Mitte befand sich eine riesige Statue mit dem Antlitz der Göttin Eva, die etwas in ihrer hand hielt. War dies das Siegel?

Sie gingen zu der Statue. Als sie näher kamen, erkannte man, dass sie eine seltsame schwarze Scheibe in der Hand hielt, auf der man deutlich einen schwarzen Drachen erkennen konnte.

Sie halfen sich gegenseitig hinauf bis sie die schwarze Scheibe in der Hand Evas erreicht hatten. Auf der Scheibe waren die Initialen BD eingraviert und im Hintergrund dieser waren schwarze Drachen. „Nimm sie heraus“ sagte Imothep zu dem Sohn des Schmiedes. Als er sie berührte durchkam ihn ein seltsames Gefühl. Er fühlte sich auf einmal schwach und ihm wurde schwarz vor Augen, bis er von der Statue fiel. Imothep und Vhaidra sprangen herunter um zusehen ob etwas passiert war, aber nach einer kurzen Zeit kam der Sohn Valexors wieder auf die Beine. "Ist dir etwas passiert?", fragte Vhaidra, er schüttelte nur mit dem Kopf.

"Was war geschehen?", fragte Imothep und noch bevor er zu einer Antwort kam, erzitterte der Boden unter ihren Füssen, als ob eine Armee Orks auf sie zustürmte würde. Die drei wussten nicht, was geschah. Darauf rief Vhaidra: "Lasst uns schnell hinaus!"

Sie rannten in Richtung des Ganges aus dem sie anscheinend gekommen waren. Aber irgendetwas stimmte nicht, der Gang wurde immer dunkler und es roch auf einmal wieder nach verwesendem Fleisch. Sie rannten immer schneller, da stießen sie auf Überreste jener Menschen, welche zuvor an diesem Ort waren. Es waren Krieger. Dies konnten sie an den Schwertern, Schildern und den Rüstungen erkennen. Ein schrecklicher Tod musste sie ereilt haben. Eine der Rüstungen war durchbohrt von einem Loch dessen Größe einem Floranischem Apfel gleich kam.

Wie sind sie wohl um ihr Leben gekommen, fragten sie sich und folgten dem Gang weiter.

Es wurde immer dunkler und sie traten auf immer mehr Rüstungsteile und Knochen.

Plötzlich hörten sie ein Geräusch. Es war ein Stampfen und ein Keuchen... Ein seltsames Geräusch, es klang wie diese Kreaturen aber doch irgendwie ganz anders.

Der Sohn des Schmiedes steckte die schwarze Scheibe in seine Tasche, um ein altes Rostiges Schwert aus der Hand eines verstorbenen Kriegers zu nehmen, der vor langer Zeit hier sein Leben gelassen hatte. Dieses Geräusch, es kam immer näher und Imothep und Vhaidra nahmen jetzt auch jeweils eine Waffe in ihre Hand und sie liefen weiter in Richtung des kleinen Lichtes am Ende des Ganges, dann erblickten sie es einen riesigen Haufen Knochen, der sich zu bewegen schien und aus ihm kamen auch diese Geräusche. Misstrauisch gingen sie auf diesen Berg aus Teilen von Mithril Brustplatten, Knochen von Menschen und alten Rostigen Waffen in deren Klingen man sich einst Spiegeln konnte. Plötzlich fielen verstaubte Teile hinab und es erhob sich eine seltsame Kreatur. Wohl einst der Wächter des Tempels- so vermuteten die drei Freunde.

Schreckliche dornenartige Krallen hatte es und es stank furchtbar nach verrottetem Fleisch.

Als diese Kreatur auf sie zu kam, in der Absicht jene zu Töten, die es wohl störten, erhoben die drei ihre Waffen und kämpften Seite an Seite gegen diesen Wächter. Es war ein langer und harter Kampf doch letztendlich gewannen sie ihn.

Die schwarze Scheibe, die sie bei sich trugen, schien ihnen die Kraft verliehen zu haben den Kampf siegreich zu beenden. Sie rannten weiter, da die Erde immer noch zitterte, immer dem Licht am Ende entgegen, bis sie an einer Stelle kamen, wo das Meer wieder das Wasser in den Tempel schwemmte. Sie holten tief Luft und schwammen dem immer heller werdendem Licht entgegen, bis an der Oberfläche den ersten Atemzug verspürten und das Tageslicht ihnen in die Augen fiel.

Sie hatten es geschafft, sie sind dem Tempel und seinem Wächter entkommen. Noch bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnten, sahen sie wie der Turm des Tempels komplett im Meer versank. Sie ruhten sich einen Moment aus und betrachteten die Drachenscheibe etwas genauer, wie sie Vhaidra schon nannte.

„Dies muss das Siegel sein“, meinte Imothep, „es muss es sein“ erwiderten seine Freunde daraufhin. Und sie brachen die Heimreise an. Tage vergingen bis sie es geschafft hatten in ihre Heimatstadt zurückzukehren.

Sie sahen Heine ihre Heimat, ihre Zuflucht, doch die Angriffe gingen weiter als sie ihre Aufgabe erledigten. Es gab noch mehr Tote nur noch eine Handvoll der Bewohner und Wachen waren noch am Leben. Lang konnten sich diese nicht mehr halten und es währe vorbei. So schnell ihre Beine sie tragen konnten, brachten sie die Scheibe in die heiligen Hallen, wo die Priester sie schon seit Tagen erwarteten. "Habt ihr sie gefunden?", fragte der Älteste und der Sohn Valexors antwortete, sie haben eine Drachenscheibe aus der Hand Evas und er zeigte sie dem Ältesten.

Daraufhin voller Heiterkeit schrie er die Worte "Das ist es! Ihr habt das Siegel gefunden!" Freude und Hoffnung verbreiteten sich in den Hallen. "Wie bricht man es?", fragte Imothep voller Neugierde. Stille herrschte als der Älteste sagte: "Folgt mir!" So folgten die drei dem Ältesten dem heiligen Turm hinauf bis zur Spitze. Dort angekommen bildeten sie einen Kreis um das heilige Symbol des Drachen, das im Boden eingelassen war. Der Älteste sagte nun du de Drei: "Derjenige, der Eva berührt hat, muss dieses Siegel berühren und es werde gebrochen."

Alle drei hätten sie berührt sagte Vhaidra "Nun gut.", antwortete der Älteste "Berührt es alle drei." So legten sie alle drei ihre Hand auf das Siegel. Zunächst passierte nichts, doch dann erzitterte wieder die Erde und sie bekamen schon ein wenig Angst, da sie an den Turm des Tempels denken mussten.

Der Himmel verdunkelte sich und es donnerte und blitzte. Das Siegel fing an, ein wundersames Licht zu verbreiten. Das Donnern und Blitzen wurde immer gewaltiger, bis ein Blitz direkt in das Siegel einschlug. Ein gleißendes Licht strahlte daraufhin zum Himmel und aus dem Licht erschien ein Schwarzer Drache. Ein Drache so schwarz, wie die Nacht und so riesig, dass er das Gleißende Licht mit seinen Flügeln verdeckte. Blitze um ihn herum, eine schreckliche Bestie dachten sie, sie werde alles vernichten was es noch an Leben gibt, doch der Drache flog über dem Turm hinaus, hinaus zu den Kreaturen. Welche Grausamkeiten sich hinter den Bergen abspielten war nur zu erahnen, aber Schreie der Kreaturen drangen übers Land und das Feuer, welches der Drachen spie, erhellte die Nacht. Tage, nein, Wochen ging dies so bis letztendlich die letzte Kreatur selbst zu Asche wurde und Innadril befreit war.

Der Drache kehrte in das Siegel zurück, als seine Aufgabe erfüllt war. Währenddessen wurden die drei von den Priestern belohnt. So sprach der Älteste: "Ab heute nennt euch die Black Dragons! Kämpft für das Gute in unserem Land, verteidigt Heine und beschützt das Siegel mit eurem Leben! Möge man euch das Alte Schloss auf dem Hügel übergeben, welches euer Sitz werden soll!"

Als die drei voller Stolz die Hallen verließen, sagte einer der Priester: "Sagt Sohn des Valexor wie lautet euer Name? Ich kenne ihn immer noch nicht." "Nun", sagte der Sohn: "... mein Name lautet Vaaldon."

(by Artis, Quelle: Clan-Story ursprünglich von Vaaldon aus dem alten Imo-Forum)
(Hier die Weiterführung von Staff_Lyenne im alten Imo-Forum)

Ein schwarzer Drach flog über die Lande und sein Schatten glitt über die Spitzen der Berge sowie die weiten Flächen der Täler. Wie aus dem Nichts tauchte ein Schatten auf, welcher drohte den Drachen zu verschlingen, doch ein Licht kam ihm zuvor und aus dem einfachen Drachen wurde alsbald ein mächtiges Wesen, dessen Flügel Gestalten schützend umschlang. Kurz darauf veränderte sich und ward ein Mann von stattlichem Aussehen. Lächelnd reichte er ihr eine Hand....

Das Licht blendetet sie, als sie langsam erwachte. Sie blinzelte ein paar mal, ehe sie wieder etwas erkennen konnte. Benommen richtete sie sich auf, um sich umzusehen. Alsbald kehrte auch die Erinnerung zurück. Erschöpft hatte sie sich in das saftige Gras gelegt und musst wohl eingenickt sein. Sich streckend stand sie auf und fragte sich, was dies doch für ein seltsamer Traum gewesen war. Schon lange hatte sie nicht mehr geträumt und wenn doch, dann jagten sie stets alptraumhafte Bilder.
Noch einmal streckte sie sich ausgiebig, dann nahm sie ihren Stab und zog weiter. Schon eine Weile war ihr aufgefallen, dass es sie in eine bestimmte Richtung zog und als sie die Karte studiert hatte, da fiel ihr das Dorf der Jäger ins Auge, welches sich in der Nähe von Oren befand. Was sie genau dort hin führte wusste sie nicht, aber mit einem male fragte sie sich, ob es etwas mit dem seltsamen Traum zu tun hatte. Es war nicht das erste mal gewesen, dass ihr ein schwarzer Drache erschienen war. Konnte es sein, dass bald etwas geschehen würde?

Sie seufzte und zuckte schließlich mit den Schultern. Jetzt würde sie ohnehin keine Antwort auf ihre Fragen finden, also machte sie sich wieder auf den Weg. Sie brauchte vielleicht noch eins, zwei Tage, dann kam sie in dem Dorf der Jäger an, aber wollte sie wirklich dorthin? Was erwartete sie nur dort?
Energisch schüttelte sie den Kopf und ging einfach los. Langsam fing sie das an zu nerven. Oh, einen Moment? Ihr ging etwas auf die Nerven? ‚Eine Gefühlsregung... Ein Wunder!’, dachte sie ironisch.

Des öfteren versuchten Kreaturen sie zu überfallen, doch jedes mal tötete sie diese. Gnade hatte sie für keine dieser Wesen übrig. Sie waren selber an ihrem Schicksal Schuld und so half sie nur der Bestimmung dieser Kreaturen nach. Das war alles.
Von weitem sah sie hin und wieder andere Reisende, aber keiner von ihnen schien sie zu bemerken und dies war ihr auch nur mehr als Recht.

Als es dunkelte, suchte sie sich einen Schlafplatz und kletterte auf einen Baum. Dort machte sie es sich gemütlich und schaute zu den wenigen Sternen hinauf, welche durch das Blätterdach funkelten. Ihre Augenlider wurden mit der Zeit immer schwerer, aber kurz bevor sie einschlief spürte sie eine altbekannte Gegenwart. Seit einem gewissen Moment in ihrem Leben, war sie immer wieder da gewesen und hatte sie wieder aufgebaut, wenn sie zu verzweifeln schien, aber warum nur?

„Was willst du?“, fragte sie etwas schnippig.
„Nach dir sehen.“, säuselte die Stimme.
Sie war so leise, dass man denken könnte, dass es sich um den Wind handeln könnte, der durch die Blätter streifte.
„So? Und warum auf einmal?“
„Meine Liebe, warum so schlecht gelaunt? Freust du dich nicht, dass ich da bin?“
„Nein! Ich wollte schlafen und außerdem weiß ich immer noch nicht, was du im Schilde führst.“
Die Stimme kicherte.
„Heute ist dein Glückstag! Ich werde dir gerne erzählen, wer und was ich bin.“

Ein wenig erstaunt darüber hob sie eine Augenbraue und wartete darauf, dass die Stimme weiter erzählte.
„Nun ich bin ein Wesen des Chaos, aber sei nicht schockiert, denn was man so im Allgemeinen über das Chaos hört ist doch nur weniger als die Hälfte der Wahrheit.“
Ein Wesen des Chaos? War sie darüber schockiert? Nein und dies aber schockierte sie. Eigentlich hatte sie es schon geahnt, aber die Logik dahinter war ihr nie aufgegangen, wie auch, wenn das alles mit Chaos zu tun hatte?
„Weiter?“
„Ja, aber vorher sollst du verstehen, was das Chaos ist. Es ist alles. Kennst du die Ordnung der Welt? Sie besteht aus Chaos.“
„Dies ist ein Paradox.“
„Ja und es zeigt, dass es allgegenwärtig ist. Sieh, das wohl bekannteste Phänomen ist die Liebe, doch nein sie wird ihm natürlich nicht zugeschrieben. Warum auch? Es ist ja etwas positives und erfreuliches, zu mindest meistens. Krieg, Krankheit und Not werden dem Chaos doch lieber zugeschrieben. Schließlich ist es doch etwas schlechtes. Verstehst du?“

Sie dachte eine Weile nach und zuckte schließlich mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht, aber fahre fort. Warum bist du bei mir?“
„Es gibt viele Dinge die noch geschehen werden und du spielst ebenso wie viele andere eine gewisse Rolle und sie muss ausgespielt werden...“
„Na danke!“, unterbrach sie die Stimme.
„Du verstehst das falsch! Manchmal muss man jemanden zu seinem Glück zwingen.“
„Und was interessiert dich das?“
„Ganz einfach! Du bist eine der wenigen, die unter dem Zeichen des Chaos geboren wurden und deshalb sollst du die Möglichkeit bekommen es auszuleben. Durch diesen bedauerlichen Zwischenfall aber geriet alles durcheinander. Es war zu früh, aber was kümmert uns das? Eigentlich nichts, aber wie schon gesagt, selbst im Chaos besteht eine Ordnung so unvernünftig es auch klingen mag.“
„Machen wir es kurz, was versuchst du mir zu sagen?“
„Der schwarze Drache ist deine Bestimmung und du sollst ihm die Macht des Chaos bringen, um die andere Seite zu vertreten, damit alles ein wenig interessanter wird.“
„Warum ich?“
„Willst du das wirklich wissen?“
„Was glaubst du?“, entgegnete sie gereizt.
„Nun gut, du wurdest zur richtigen Zeit geboren und ein Gegenstück wandelt ebenfalls schon auf Aden. Nenn es Zufall oder Schicksal und mich kannst du deinen Schutzengel nennen, wenn es dir gefällt.“
„Ich habe das Gefühl, dass du dich über mich lustig machst und mich nur als Schachfigur benutzt.“
„Möglich ist alles, meine Liebe....“

Mit einem Lachen entschwand das Wesen und hinterließ sie äußerst schlecht gelaunt, wie auch verwirrt. Einige Fragen wurden beantwortet, aber dafür kamen immer neue hinzu...
Die ganze Nacht hindurch hatte sie kein Auge zu bekommen und war sie in einer noch schlechteren Stimmung, als zuvor. Sie musste sich abreagieren, also ging sie auf die Jagd, nur half es nichts, was sie sich auch hätte denken können.

Schon bald stand sie vor dem Dorf der Jäger und wunderte sich, wie sie denn hierher gekommen sei. War sie denn so in Gedanken versunken gewesen? Zögernd ging sie hinein und sah sich ein wenig um. Auf einmal hörte sie ein markerschütterndes Brüllen und als sie gen Himmel sah, traute sie ihren Augen nicht. Direkt über ihr flog ein riesiger schwarzer Drache entlang und ihr war, als würde er sie begrüßen. So schnell, wie er gekommen war entschwand er auch wieder. Fasziniert und auch überwältigt von den ihr angebotenen Anblick senkte sie wieder ihren Blick und dieser traf sich mit dem eines Menschen. Als sie langsam näher kam, traf sie der Blitz, als sie erkannte, dass es der Mann aus ihrem Traum war. Er schaute sie mit regem Interesse an und sagte: „Grüße!“
„Mea Govannen!“, antwortete sie darauf.
„Als ich euch sah, wusste ich, worauf ich gewartet hatte...“

„Ich bin ein Wesen des Chaos, aber muss ich deshalb böse sein? Ich glaube nicht. Manchmal muss man die Wesen auf Aden zu ihrem Glück zwingen, doch es gibt immer Kräfte, welche dies verhindern wollen und dafür ist unsereins da. Man kann uns Schutzengel oder Quälgeister nennen, dies ist uns egal, denn das einzigste was uns interessiert ist, dass wir auch das erreichen, was wir wollen.
Hier war es nötig, dass der Drache wächst, um sich einer größeren Bedrohung entgegen zustellen. Wenn sich der schwarze Drache und das Chaos verbinden, dann entsteht eine große Macht, doch noch reicht selbst dies nicht aus. Noch gibt es viele, welche auch von dem Drachen gerufen werden. Damals wurde er befreit und nun sucht er seine Getreuen. Sie alle wurde in seinem Zeichen geboren. Aber was ist mit ihr? Sie wurde doch unter dem Zeichen des Chaos geboren. ... Nun ja, nicht schlimm, denn alles ist Chaos und Chaos ist Ordnung. Es ist alles ein Paradoxum und damit sollten wir uns zufrieden geben.
Malira, deine von dir selbst geschundene Seele wird geheilt werden und der einzigste, der dazu wirklich in der Lage ist, wird der Anführer der „Black Dragons“ sein. Aber auch andere werden dazu beitragen.
Aber eines würde ich noch zu gern wissen. Wer ist dieser schwarze Drache?“